|
So richtig rennen und austoben darf Axel nur im Wald oder auf einem total verkehrsfreien Gelände. Das Risiko, vor ein Auto zu rennen, ist in der Stadt viel zu gross, da muss mein Hund an die Leine. Ein guter Appell ist eigentlich das einzige, was ein Hund können muss, damit er in jeder Situation sofort zurück kommt. Damit er Freude daran bekommt, erhält Axel auf jeden Fall ein grosses Lob, egal, was er auch vorhin gerade angestellt haben mag. |
|
Am Anfang zieht der Hund in jede Richtungen und springt an allen
Menschen hoch; so ist das Spazieren anstrengend und mühsam. Der Hund soll doch einfach
neben einem gehen, wir kommen ja nicht schneller voran, auch wenn er auch noch so fest an
der Leine zieht. Ich verwende das Kommando "Fuss", was für Axel bedeutet, dass er ganz
ruhig neben mir gehen muss. Es ist mir egal, auf welcher Seite er lieber ist, das hängt
auch davon ab, ob wir einer Mauer entlang gehen oder ob sich auf einer Seite ein Wiesenbord
befindet. Am liebsten halte ich die Leine mit beiden Händen fest, z.B. mit der linken Hand das Ende der Leine und mit der rechten Hand etwa die Mitte. So kann ich den Hund mit der rechten Hand lenken und die linke hält ihn zur Sicherheit fest, wenn er zieht. Sobald sich die Leine anspannt, lasse ich sie mit der rechten Hand los und drehe mich um und gehe in die entgegengesetzte Richtung. Der Hund verspürt einen kleinen Ruck, wenn ich die Leine mit der rechten Hand wieder ergreife und ihn in die richtige Richtung weise. Sobald er wieder zieht, wiederhole ich das Ganze. Er merkt sehr bald, dass es sich nicht lohnt zu ziehen. Vor allem kämen wir nie ans Ziel, darum wird der Hund nun brav neben mir zotteln. Dafür bekommt er viel Lob. Ich finde es viel angenehmer, den Hund für all die guten Eigenschaften zu loben, statt ihn für Dinge zu bestrafen, die eigentlich in seiner Natur liegen. Trotzdem, ein paar Dinge liegen zwar in der Natur des Hundes, doch er darf sie doch nicht tun. Als Beispiel möchte ich nochmals das Jagen erwähnen. Ich sehe Axel an, wie er ein Objekt einstuft. Eine Taube betrachtet er als potenzielle Beute. Seine Haltung und seine Gebärden verraten die Absichten. Die Aufforderung zum Spielen unterscheidet sich eindeutig davon. Solange der Hund an der Leine ist, kann ich ihn von einem Angriff abhalten. Was ist nun, wenn sich der Hund frei bewegt und plötzlich Beute riecht? An der langen Leine lassen sich diese Situationen üben. Der Hund ist dann mehr als 10 Meter von mir entfernt und fühlt sich frei. Wenn dann sein Trieb aktiv wird, erreiche ich mit rufen nichts mehr. Die lange Leine ist wie ein verlängerter Arm. Ich kann Axel zeigen, dass mein Rufen ernst gemeint ist, selbst wenn eine gewisse Distanz zwischen uns besteht. Später wird er in solchen Situationen auch ohne Leine folgen. An der langen Leine konnte ich Axel auch beibringen, dass er nicht jedem Jogger und Velofahrer im Wald nachrennt. Die Idee mit der lange Leine ist die, dem Hund klar zu signalisieren, dass wir auch auf Distanz die Kontrolle über ihn behalten. |